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Was mich an der Klimaschutzdebatte - neben der Verleugnung des Klimawandels durch zu viele Menschen - am meisten stört, ist, dass sehr viele Menschen denken, dass ein Wandel ohne Einschränkung der Mobilität und/oder ohne hohen finanziellen Aufwand möglich ist.

Und nein, Elektroautos und Ausbau des öffentlichen Verkehr sind keine dauerhafte Lösung. Die kann es nur geben, wenn weniger Menschen bewegt werden müssen.

Also, Homeoffice, da wo es geht, alle anderen _müssen_ näher an den Arbeitsplatz ziehen.

Dezentralisierung - es können nicht alle Menschen am gleichen Ort wohnen.

Leben auf dem Land wird sehr viel teurer, da Mobilitätskosten steigen. (Das Geld, was durch das Wohnen auf dem Land gespart wird, wandert vermutlich in die Mobilität).

Öffentliche Verkehrssysteme sind (hier in der Schweiz) jetzt schon am Anschlag, trotz hohem Takt.

"Für jedes Problem gibt es eine Lösung, die einfach, klar und falsch ist." - Henry Louis Mencken, 1921

Harald Welzer hat mal in einem Interview gesagt, dass es nichts bringt wenn alle Autos durch Elektromodelle ersetzt werden - so lange dann doch wieder nur einer alleine drin sitzt.

Ich denke, die einfache, klare - und dennoch richtige! - Lösung ist denken in Puzzelteilen. Dezentralisierung, erneuerbare Energien, effektivere Mobiliätskonzepte usw. funktioniert alles für sich nur so halbwegs. Durchschlagenden Erfolg wird es nur geben, wenn die einzelnen Wege ineinander greifen.

Da gebe ich Dir oder ihm absolut recht. Bezüglich E-Autos sind zwei Dinge noch gar nicht im Kopf der Entscheider: Einerseits die Energiebilanz, es braucht im Minimum sechs Jahre bis ein E-Auto in die ökologisch grüne Zone kommt. Andererseits weiss noch niemand, wo der Strom für den Betrieb der Autos herkommen soll, im Juli ist Deutschland zwei Mal am Blackout vorbeigeschrammt, weil zu wenig Strom verfügbar war, wie wird das sein, wenn es E-Autos gibt.

Ich kenne gerade die Energiebilanz von Solarzellen nicht, aber für mich klingt es nach einer guten Idee, Hausbesitzer zu verpflichten, welche zu benutzen. Ein Bekannter von mir konnte seinen Eigenbedarf elf Monate im Jahr decken und hat Energie ins Netz eingespeist ...

Dirk das hört sich interessant an. Hast du bzgl E-Autos Quellen zur Hand. Würde mich sehr intressieren, weil ich mir das nämlich genau so denke. Für mich sind diese E-Autos nichts als reine Augenwischerei.

Bzgl Solar auf dem Dach und verpflichtend und so.... Mein Traum ist es seit Jahren Solar und Photovoltaik auf dem Dach zu haben um damit so weit wir möglich autark zu werden. Aber leider kann ich mir das überhaupt nicht leisten. Also aus diesem Grund ist eine gesetzliche Verpflichtung in meinen Augen kontraproduktiv.

@Dirk Deimeke @vinzv

Photovoltaik auf dem Dach zu haben um damit so weit wir möglich autark zu werden. Aber leider kann ich mir das überhaupt nicht leisten. Also aus diesem Grund ist eine gesetzliche Verpflichtung in meinen Augen kontraproduktiv.

Solche Aussagen höre ich immer wieder. IMHO sind sie in den meisten Fällen falsch, eine #Photovoltaik - Anlage amortisiert sich auch vollfinanziert nach einem Zeitraum von 8 bis 14 Jahren, den Nutzen hat man aber vom ersten Tag an.

So zumindest meine Praxiserfahrung. Ich bekomme dieses Jahr mehr Geld rein, als ich für Strom, Heizung, Warmwasser, Versicherung und Finanzierung bezahlen muss. Anlage aus 2016.

Danke Paul für die Info. Mir geht es dabei nicht mal soooo um die amortisierung sondern vielmehr um die monatliche Belastung durch die Finanzierung und auch die monatl. Betriebskosten.
Kennst Du einen zuverlässigen Onlinerechner, der mir sagen kann was mich eine Anlage kosten würde um einen jährlichen Stronbedarf von 4500 Kw abzudecken.
Also Anschaffung/Einabu und optional auch die monatlichen Betriebskosten.

@Paul Gehrke @Dirk Deimeke @vinzv

Sorry, keine Empfehlung für Online-Rechner.

Das ist immer eine sehr individuelle Sache, abhängig von ganz vielen Faktoren - insbesondere auch den örtlichen Gegebenheiten.

Ich würde Dir empfehlen, hierzu mal den einen oder anderen Solateur kommen zu lassen.

Ja, es kommt natürlich dazu, dass Du keine Stromkosten mehr hast.

Ja, es kommt natürlich dazu, dass Du keine Stromkosten mehr hast.


Dass man überhaupt keine Stromkosten mehr hat, dass dürfte eher die Ausnahme sein. Ich jedenfalls bin davon weit entfernt mit einem Autarkiegrad um die 50%.

Ich sage nur, dass sich die Ausgaben und die Einnahmen die Waage halten (und nach dem letzten Sommer sogar eine schwarze Null da steht).

Aber das ist ja schon eine ganze Menge, denn damit sind Aussagen wie 'kann ich mir nicht leisten' oder 'ist nur was für Reiche' nicht gerechtfertigt. Ja, selbstverständlich muss man schon eine geeignete Immobilie besitzen.

Man zeige mir eine Alternative auf, bei der man in der Jahresbilanz für Strom, Heizung und Warmwasser keine Kosten hat (Wasser natürlich ausgenommen). Das wird bei mir auch nicht immer der Fall sein, aber 2018 war es so. Im Vergleich dazu hatten wir zuvor ohne PV-Analge und mit Gasheizung jährliche Kosten über 3.000€, welche auch noch abhängig von zukünftigen Preissteigerungen waren.

Ich wohne zur Miete, weiss aber von einem Bekannten, dass er bis auf einen Monat autark war.

https://svij.org/blog/2019/08/07/photovoltaik-anlage-auf-dem-dach/

weiss aber von einem Bekannten, dass er bis auf einen Monat autark war

Womit er dann ja auch nicht 100% autark war. Das dürfte in Mitteleuropa über das Jahr gesehen bei momentaner Technik beinahe unmöglich sein.

Mag ja sein, dass es ganz wenige Fälle gibt. Aber bitte bedenke, dass es sich um ein Anwendungsfeld mi relativ vielen Faktoren handelt.

Jemand mit großer PV-Anlage und Speicher einerseits und wenig Verbrauch andererseits wird es viel leichter haben, autark zu sein, als ein anderer ohne Speicher und hohem Verbrauch.

Dazwischen gibt es dutzende Konstellationen. Aber auch ein Autarkiegrad von 30% kann sehr sinnvoll sein. 100% Autarkie ist nicht der heilige Gral.

Jein, wenn er die Überproduktion in den restlichen Monaten hätte speichern können, wäre er 100% autark gewesen und das in Castrop-Rauxel, was nicht gerade zu den sonnenreichsten Regionen in Deutschland zählt.

Gebe Dir aber Recht, dass man das nicht generalisieren darf, es hängt ja nicht zuletzt auch vom eigenen Stromverbrauch ab.

Jein, wenn er die Überproduktion in den restlichen Monaten hätte speichern können, wäre er 100% autark gewesen und das in Castrop-Rauxel, was nicht gerade zu den sonnenreichsten Regionen in Deutschland zählt.

Castrop ist quasi in meiner Nachbarschaft.

'Wen er hätte Speichern können' ist genau der richtige Punkt, denn im Detal hakt es derzeit genau bei der verfügbaren Speichertechnologie!

Übers Jahr gesehen produziere ich auch mehr als ich verbrauche, aber es gibt nur Speicher zu kaufen, welche ein paar Tage vorhalten können, aber keinen ganzen Sommer für den Winter.

Mein Geburtsort ist Wanne-Eickel ;-)

Ich finde den Artikel nicht mehr. Aber, wenn Du nach "tesla ökobilanz" suchst, findest Du einen Haufen an Fundstellen.

https://www.chip.de/artikel/E-Mobilitaet-Oekobilanz-von-Elektroautos_115720044.html

Wenn ich mich richtig erinnere, ist ein Kleinwagen mit Verbrennungsmotor immer unter einen E-Auto.

Bezüglich Solarzellen. Wir werden was machen müssen und ich in bin strikt gegen Subventionen, die helfen nur so lange wie sie gezahlt werden. Es wird massive - leider auch finanzielle - Einschnitte für alle geben. Vielleicht aber auch alternative Fianzierungsmodelle, wie beispielsweise, dass Du einen Teil Deines Daches an einen Energieerzeuger vermietest.

Nein, eine Verpflichtung zu Solarzellen ist keine gute Idee, da a) wie bereits von anderen erwähnt, sich nicht alle diese Technik leisten können und b) sie nicht in jedem Fall Sinn macht.
Wir sind gerade dabei, unsere Siedlungsheizung zu ersetzen und Solarzellen waren natürlich auch im Gespräch. Gemäss der Meinung unabhängiger Fachleute lohnt sich das bei nuns aber nicht (u.a. wegen zu kleiner möglichen Flächen). 1/2

Was bei uns aber absolut Sinn macht, möglich und erschwinglich ist, sind Wärmepumpen.
Daher, Verpflichtung auf ein bestimmtes System nein, Verpflichtung auf umweltfreundlich(ere), alternative Energieformen ja!
Das ist übrigens auch der Weg, den die Schweiz aktuell mit ihrer Gesetzgebung geht.

Verpflichtung aber auch nur dann, wenn vom Staat dementsprechende Förderungen garantiert werden.

@Bruno Roost @Dirk Deimeke @vinzv

Wird hierzulande anders gehandhabt. Da wird nicht eine bestimmte Energienutzung monetär direkt gefördert, sondern du wirst "bestraft", wenn du neue Heizungen mit fossilen Brennstoffen betreibst, indem du gezwungen wirst, einen bestimmten Anteil deiner Energieerzeugung mit alternativen Energieformen zu erbringen. D.h. ich bin daran interessiert, meine Energienutzung zu optimieren und muss nicht mit meinen Steuergeldern Subventionen bezahlen.

Das halte ich auch für den richtigen Weg. Warum sollen andere dafür zahlen, dass ich mein Eigenheim "modernisiere" oder "den gesetzlichen Bestimmungen anpasse"?

Warum soll das immer subventioniert werden?

Warum soll ich das nicht gefördert bekommen? Lieber sowas bevor die Industrie wieder irgenwelche sinnlos Lobbysubventionen bekommt.
@Dirk Deimeke @Bruno Roost @vinzv

Es zahlt ja nicht "der Staat", es wird von den Steuern bezahlt, bei denen sehr viele zurecht sagen, dass sie viel zu hoch sind.

Ich formuliere einmal überspitzt: Warum soll ich Dir Geld geben, damit Du die baulichen Vorschriften einhalten kannst?

Dazu kommt, dass der Wert Deiner Immobile steigt, wenn Du sie verkauft, fliesst der subventionierte Anteil nicht wieder zurück zur Allgemeinheit.

Ich halte Subventionen generell für falsch.

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Du lebst eindeutig schon zu lange in der Schweiz. 😉
@tuxi @vinzv

Ja, das spielt sicher eine Rolle.

Aber, ich habe leider gesehen und gelernt, dass mit Subventionen zu viel Mist gebaut wird. Dafür gibt es unzählige Beispiele, die nichts mit Klimaschutz zu tun haben.

@Dirk Deimeke @Bruno Roost @MasterTux 🐧 ✅ @vinzv
Bei unserem Mehrfamilienhaus ging es im Herbst um die Überlegung es neu zu decken und dabei zu sehen ob die bestehende Dachdämmung erhalten werden kann.
Ich las häufiger, dass sich Solarnutzung auf dem Dach nach einigen Jahren durch die selbst erzeugte Energie lohnen würde.

Angefragt wurde daher auch, ob Solarpaneelen sich rechnen könnten. Die Architekten schlugen vor auf keinen Fall Solar aufs Dach zu machen, weil die Förderung und der Gewinn an Strom so gering sei, dass es sich auf keinen Fall lohnt.
Vorerst wurde das Dachdecken jetzt nochmal vertagt, aber aus meiner Sicht ist es nicht hilfreich, wenn die Idee es sinnvoll (mit Solarnutzung) umzusetzen sich aus finanziellen Gründen nicht lohnt.

Architekten sind kaum Fachleute in diesem Bereich. Laßt Euch Solateure kommen, die qualifizierte Aussagen und Angebote machen können.

@Paul Gehrke @Bruno Roost @Dirk Deimeke @MasterTux 🐧 ✅ @vinzv Es ist ein Gebäude mit 14 Eigentümern, da lässt sich nicht alles umsetzen, was ich gern hätte.

Gebäude mit 14 Eigentümern

In Deutschland? Na, dann wird es ja auch ohne #Photovoltaik schon schwer genug. :-(

Zu solchen rechtlichen Konstellationen kann ich nichts sagen.

Ändert aber nichts daran, dass Solateure hier die richtigen Ansprechpartner sind.

Nein, eben nicht reine "Solateure", sondern Energiefachleute, die für das Objekt die energiemässig optimalste Lösung suchen. Und das sind halt nun mal nicht immer Solarpanels, auch wenn diese ggf. subventioniert werden.

@Bruno Roost @Dirk Deimeke @MasterTux 🐧 ✅ @Paul Gehrke @vinzv Hier im Gebäude rennen Energieberater ganz schnell sehr weit weg, weil:
14 Einheiten,
teils wohnen, teils Gewerbe
jede Einheit heizt und bekommt Warmwasser auf andere Art

Holz, Gas, Strom, Öl

Jede Einheit will genau ihren Vorteil wissen, das ist aufwändig und zahlen will das die Mehrheit der Eigentümer dann auch nicht.

Das ist bei uns natürlich praktischer. Reiheneinfamilienhaussiedlung mit 16 Einheiten und einer gemeinsamen Heizung.
Da wir nun unsere 20 Jahre alte Ölheizung erneuern müssen, hat die "Task-Force" zwei unabhängige Energieberatungen durchführen lassen und beide empfehlen Wärmepumpen.
Der Vorteil an der EFH-Eigentümergemeinschaft ggü. einer Wohnhaus-Stockwerkeigentümergemeinschaft ist, für uns gilt normales Vereinsrecht mit einfachem Mehrheitsentscheid. 👍

Das ist ja genau der Punkt um den es geht.

Das Stoppen des Klimawandels wird wehtun, eben leider auch finanziell.

Es geht eben nicht darum, finanziell positiv aus der Nummer rauszukommen. Es geht darum etwas für die Umwelt zu tun und das ist teurer als die Umwelt zu ignorieren.

Wir haben viel zu lange ohne Rücksicht auf die Umwelt und das Klima gelebt. Das gilt für mich genauso, das "wir" ist absolut ernst gemeint.

Nachtrag dazu: Ich bin stark dafür, Flugbenzin zu versteuern und Fliegen teurer zu machen, obwohl ich einer der Haupt-Leidtragenden davon sein werde, weil ich - mangels Alternativen - regelmässig meinen Vater besuchen "fliege" (Zürich->Düsseldorf).

Bisher habe ich über https://www.atmosfair.de/ mein Gewissen beruhigt, aber das reicht nicht.

Das Stoppen des Klimawandels kann aber nicht (nur) von den finanziellen Möglichkeiten der Bürger abhängig sein. Wenn doch, dann gute Nacht....

@Dirk Deimeke @Bruno Roost @Ute Hauth @vinzv

Das ist ja das Dilemma ...

Klimaschädlichkeit ist meistens günstiger ...

Eben... Also dann doch fördern. ;-) :-P
Das wäre dann doch eine sinnvolle Subvention bevor ich von den Steuern zum Beispiel so was sinnloses wie Diäten bezahle.

@Dirk Deimeke @Bruno Roost @Ute Hauth @vinzv

@MasterTux 🐧 ✅ @Bruno Roost @Dirk Deimeke @vinzv Warum fördern, statt zu berücksichtigen was umweltschädlich ist. Extra-Steuern auf Benzin und auf Tabakprodukte gibt es doch auch, warum nicht Extrasteuern auf Dinge, die klimaschädlich sind, statt Subventionen bei anderem.

Meinst Du Politiker werden besser, wenn sie ehrenamtlich arbeiten?

@Dirk Deimeke @Bruno Roost @MasterTux 🐧 ✅ @vinzv
Für mich klingen Wege, wie Bruno schrieb gut, es sollte sich lohnen alternative Energien zu nutzen. Bezogen auf ein neues Dach, wenn z.B. neu-Dach-decken ohne Solar einen Steueraufschlag hätte, hätte eine Solardacheindeckung es leichter auch von denen genutzt zu werden, die zuerst auf den Preis schauen.

Genau, nicht subventionieren und falsches Verhalten bestrafen.

Warum soll das immer subventioniert werden?

Weil dadurch der Allgemeinheit eine weitgehend emmisionsfreihe Stromerzeugung zur Verfügung gestellt wird und der Stromverbrauch aus klimaschädlicher Erzeugung gesenkt wird.

Genau so etwas sollte man staatlich fördern und wird es ja in Deutschland richtigerweise auch - wenn ich mir hier auch deutlich mehr wünschen würde.

#Klimakrise

Es gibt sehr viele Parallelen zur Einführung des Katalysators.

Leute, die keinen hatten, wurden höher besteuert. Es gab eine Verpflichtung, in Neuwagen einen zu haben. Bleihaltige Betriebsstoffe wurden teurer.

Ja, und ganz am Anfang wurden sie für eine kurze Zeit subventioniert (was ich immer noch für falsch halte).

Nachtrag: Ein wesentlicher Lieferant für Feinstaub sind Heizungsanlagen, die Betriebsstoffe verbrennen. Die müssten "eigentlich" auch gefiltert werden.

Einführung des Katalysators

Ich glaube nicht, dass Vergleiche mit anderen anderen Themenfeldern hier weiterhelfen. Jedenfalls werde ich mich daran nicht beteiligen, weil das eigentlich immer ausartet - besonders wenn es in Deutschland um das Auto geht.

Was ist eigentlich aus den Tesla-Schindeln geworden? Bevor ich das Dach normal decken lassen, wäre das eine gute Alternative.

Frage: Wie ziehe ich in der gegenwärtigen Situation, Wohnungsmangel et al, näher an die Arbeit im städtischen Bereich? Du hast in einigen Punkten recht, aber genau diese Sichtweise gibt insbesondere im ländlichen Raum derzeit Populisten gut Auftrieb: Dort, wo in den letzten Jahrzehnten Infrastruktur, ÖPNV, ... konsequent zurückgefahren wurden, wird eine große Gruppe von Menschen irgendwann schlecht überleben können, ohne dass sinnvolle Alternativen offeriert werden.

Die Frage, wieviel etwa ein Landbewohner mit Gartengrundstück, Wiese, Bäumen im Vergleich zu Stadtbevölkerung aktiv mehr für den Umweltschutz tut, ist dort auch eher ignoriert. Es braucht mehr Dezentralisierung, mehr *kluge* Verkehrskonzepte und vor allem eine Politik und Kommunikation, die auf Beteiligung, nicht auf Spaltung aus ist. Dort sind Aussagen wie "auf dem Land wird es dann teurer" eher die falsche Richtung. 😉

Hast Du dazu Zahlen? würde mich tatsächlich interessieren.

Kompensiert Dein Garten alle Fahrten, die Du mit dem Indivudalverkehr erledigst?

Hab bislang, ehrlich gesagt, noch nie versucht, das wirklich zu rechnen. Momentan ist es eine naiv-qualitative Milchmädchenrechnung, die davon ausgeht, daß Du, wenn Du eine Streuobstwiese, eine Blumenwiese für Bienen und fünf, sechs große Laubbäume auf dem Grundstück hast, sowohl im Hinblick auf CO2 als auch im Hinblick auf Insektenschutz mehr "Wirkung" hast als ein Stadtbewohner mit Blumen auf dem Balkon und anteilig "Fläche pro Kopf" im Park. Mal suchen, ob es dort Modelle gibt.

Wobei man da auch die pro Kopf genutzte Fläche mit bedenken muss. Da ist der Faktor in der Stadt vermutlich besser, weil engere Lebensräume.

Ja. Und die Effekte durch gemeinsam genutzte Infrastruktur. Ich vermute, das wird ein relativ komplexes Modell.
@dirk

Das fürchte ich auch. Zu komplex für Sonntag Nachmittag. ;-)

Ich habe auch nicht alle Lösungen, sorry!

Dezentralisierung ist ein wichtiger Baustein. Und auch das führt zu weiteren Problemen, wenn man mal in Richtung verwaiste Cities denkt.

Es müssen nicht alle Angestellten einer Firma am gleichen Ort arbeiten. Wirklich nicht.

Kein Problem. 😉 War auch nur eine Anmerkung vorrangig auf diesen einen Punkt in der Ausführung. Ich selbst wohne in der Stadt, wo ich alles, was ich brauche, fußläufig habe. Meine Eltern (Generation 65+) leben in einem Dorf mit knapp 800 Einwohnern, dort braucht es für alles (Einkauf, Arzt, Behörde, Bank, ...) ein Auto und mindestens 20min Anfahrt. Wenn man *das* beseitigen könnte - etwa Landarzt, Tante Emma-Laden am Ort, Bürgerbüro oder *zumindest* ...

@Kristian / z428 @Dirk Deimeke Tante Emma-Läden vorort, gibt es fast nicht mehr, weil es nicht rentabel betrieben werden kann. Menschen wollen das vollständige Sortiment eines Riesensupermarkts und zusätzlich das Sortiment eines supergünstigen Discounters, das kann kein kleiner Tante-Emma-Laden bieten und überleben.
Deshalb sind die wenigen kleinen Dorfläden die von selbst organsierten Genossenschaften, mit vielen Menschen die bereit sind mehr zu bezahlen um einen solchen Laden zu haben.

Und wieder: Teurer ...

... halbwegs ausgebautes Internet und Online-Dienste für Verwaltungskrams (dort gibt es maximal 8MBit-Leitungen von der Telekom und im Mobilfunkbereich Edge, auf den Hügeln wackeliges UMTS) würden dort *erheblich* Mobilitätserfordernisse einsparen. Ich nehme wahr, daß diese Menschen und ihre Lebensumstände in der momentanen Diskussion leider selten bis nie stattfinden, weil die Erwägungen eher von städtischen Mobilitäts- und Lebensvorstellungen geprägt sind. Leben ...

Das es noch ein weiter Weg ist, ist leider wahr.

Leider läuft die Zeit weg.

Wir mögen uns damit trösten, dass die meisten Folgen uns nicht mehr betreffen.

Wir mögen uns damit trösten, dass die meisten Folgen uns nicht mehr betreffen.

Wie gut, dass hier niemand Kinder hat.

Weisst Du, dann verstehe ich das "Rumeiern" nicht.

Deswegen umso mehr: Kein Spalten, sondern Einen. Das ist vorrangig eine Kommunikationsaufgabe, im Moment. Ohne die wird es nicht gehen, fürchte ich. Im Augenblick haben populistische Parteien eine Steilvorlage, Klima- und Umweltschutz unreflektiert als "gegen gewisse Bevölkerungsgruppen gerichtet" zu verwenden. Das kostet uns weit mehr Zeit, als auf die verschiedenen Lebensrealitäten und -erfordernisse einzugehen.

... auf dem Land, insbesondere im Alter, ist schon seit Langem eher problematisch als vorteilhaft, zumindest außerhalb der "Speckgürtel" der größeren Ballungsgebiete. 😟