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Eigenes Blog, 23. Juni 2009 (Link am Ende der Seite):

Was mir an der derzeitigen Zensurdiskussion überhaupt nicht gefällt, ist, dass die Politiker ständig als Internetausdrucker bezeichnet werden. Das sind sie, das wissen wir alle. Aber, mal im Ernst, habt Ihr Ahnung von Themen aus der Landwirtschaft oder Familienpolitik oder Verkehrswesen oder ...? Beschlüsse zu diesen Themen werden aber von den gleichen (den selben) Politikern verhandelt. Die können wirklich nicht von allem Ahnung haben. Aus diesem Grund haben sie Berater, die sie zu den Themen informieren, die Unterlagen aufarbeiten und vorbereiten, so dass sich der Abgeordnete ein Bild machen kann.

Neu ist es, dass es ein Thema betrifft, was vielen aktiven Netznutzern am Herzen liegt.

Die Berater haben meines Wissens nach sehr gute Arbeit geleistet. Bescheuert ist, dass die wenigsten auf sie gehört haben. Und das ist tatsächlich eine Sache, die ich den Politikern vorwerfe.

Das Problem ist meiner Meinung nach, dass das Thema so wahnsinnig emotional aufgeladen ist und dass sich niemand sagen lassen will, dass er Kinderpornographie unterstützt hat mit seiner Entscheidung.

Unser Problem ist meiner Meinung nach, dass wir das Thema viel zu sachlich angegangen sind. Wir haben viel zu viele objektive Gründe genannt und gleich vom Aufbau einer Zensurinfrastruktur gesprochen. Das ist ebenso wahr wie - in diesem Zusammenhang - falsch. In den Köpfen der Entscheider steht: "Wenn ich die Verbreitung von Kinderpornographie durch den Einsatz einer Zensurinfrstruktur hindern kann, dann ist das das Mittel der Wahl".

Meiner Meinung nach hätten wir viel deutlicher, und am Besten von Anfang an, zeigen müssen, wie leicht es ist, die Inhalte aus dem Netz zu bekommen. Wir hätten viel stärker unsere (technischen) Möglichkeiten ausspielen sollen, um zu zeigen, dass es andere Methoden gibt.

Ich denke, dass die Gewichtung einfach falsch war.

Ein emotionales Problem kann man nicht sachlich lösen. Denkt einmal an einen Streit bei Euch zu Hause, in der Beziehung oder mit Freunden, der auf eine emotionale Ebene rutscht.

Wer erklärt Euch das? - Wenn Ihr noch nicht einmal Euren Beratern traut.

https://www.deimeke.net/dirk/blog/index.php?/archives/1753-Beratungsresistenz.html


Nein, das Zitat ist im Blog.

Wir haben die gleichen Diskussionen vor zehn Jahren - Stichwort Zensursula - geführt und da habe ich eine Reihe von Blogartikeln geschrieben.

oh 2009. Immer noch wahr.



Es wird der Tag bekommen, an dem wir alle begreifen müssen, dass unsere Aufmerksamkeitsblase nicht repräsentativ für die Gesellschaft ist.

Gut, dann darf man sich auch nicht aufregen, das Leute ohne Ahnung nach Lobbyinteressen abstimmen.....

und das finde ich verkehrt..

Ich bin bei Dir, aber genau so funktioniert Politik.

Ein Minister ist in allererster Linie ein Manager, sonst könnte niemand vom Familien- ins Verteidigungsministerium (als Beispiel) wechseln.

Politiker = Manager -> damit ergibt das alles Sinn

Ich hatte noch die veraltete Verknüpfung
Politiker = Bürgervertreter
im Kopf.

Achtung, ich habe von "Ministern" geschrieben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fraktionsdisziplin#Gr%C3%BCnde

"Kein Abgeordneter kann in allen Fachthemen ausreichende Sachkenntnis haben und muss sich daher an den Meinungen Anderer orientieren. So kann ein Fraktionsmitglied in Teilbereichen die Fraktionsmeinung maßgeblich prägen, während es sich in anderen Teilbereichen darauf verlassen kann, dass die Entscheidungen der Fraktion von darauf spezialisierten Experten anhand von fundierten Argumenten gefällt werden."

Weisst Du wie viele Befürworter es gibt?

Vielleicht die Mehrzahl der Wähler der CDU?

Die Gegner waren sicher lauter als die Befürworter, aber waren sie auch in der Mehrzahl?


Gut möglich, aber auch wir hier müssen uns gut überlegen, wie wir mit der neuen Situation am besten umgehen.

Ja, das stimmt.

Aber bitte überlegt und ohne Panikmache.

Auf jeden Fall, und wenn es so läuft, wie es eigentlich immer läuft, haben wir dazu knapp 2 Jahre Zeit. In der Zeit sollte sich ein Plan entwickeln lassen.

Tatsächlich wäre der ideale Zustand, wenn jeder seine eigene Instanz im Fediverse hosten würde. Dann wäre jeder für seine Inhalte selbst verantwortlich und wäre quasi sein "eigener Uploadfilter". Im Prinzip der Zustand wie jetzt, wenn ich geschütze Inhalte irgenwo hochlade, bin ich auch dafür haftbar.

Exakt das meine ich.

Selfhosting heisst natürlich auch Selbstverantwortung. Das ist richtig.



Okay we've lost. For now.
However they underestimate two things:
1. The internet was designed to work/route around the damaged sections.
2. The internet never fully forgets.



Das ging ja schmerzfrei.

Hier läuft jetzt die aktuelle Version von Friendica.



@vinzv Silvia hat übrigens einen Tuxedo Micro (nicht Nano, wie wir in Chemnitz vermutet haben).



Letzte Grüße aus Davos

In dieser Episode diskutieren Marius @marius, Ralf @ralfhersel und Marcus @marcus über China, Gangster, Kirche und Do-it-yourself-IT.
#LibreZoom
https://librezoom.net/letzte-gruesse-aus-davos/



Eine Woche bleibt euch noch für eine Anmeldung zu einem unserer zahlreichen Workshops. Damit das Wochenende nicht nur aus Zuhören besteht 😉
Einige sind zwar schon voll, aber bei Anderen ist noch (ausreichend) Platz. Deshalb: Nur zu! #CLT2019
https://chemnitzer.linux-tage.de/2019/de/programm/workshops



In genau 2 Wochen werden einige von euch wohl schon auf dem Weg zu uns nach #Chemnitz zu den #CLT2019 sein, während wir noch fleißig am Aufbauen sein werden.
Doch unsere heilige Halle erstrahlt schon jetzt im richtigen Look.

Habt ein schönes Wochenende und steigende Vorfreude!